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STREICHQUARETT Nr.2 (Distanzenquartett) (2009)

für 2 Violinen, Viola uns Violoncello

Auftragswerk des Amar Quartetts

 
Ammann knüpft in seinem zweiten Streichquartett zwar an frühere Arbeiten an, hält jedoch (gemäss seinem künstlerischen Credo) zugleich nach anderen Wegen zum musikalischen Ausdruck Ausschau, indem er sich – wie der Titel 'Distanzenquartett' andeutet – gezielt mit dem Überbrücken von Distanzen befasst. Interpreten wie das Quatuor Diotima oder das auf der Grammont-Portait-CD fesselnd agierende Amar Quartett machen sich als Vermittler dieser oftmals als Extrempositionen innerhalb der musikalischen Bauelemente und Ausdrucksweisen erkennbaren Distanzen verdient und prägen so die vielfältigen Spannungskontraste aus: Diese finden etwa im Aufeinanderprallen unterschiedlicher Registerlagen und Lautstärkebereiche statt, werden durch die Gegenpole von harmonisch organisiertem Klang und komplexen Geräuschtexturen vermittelt oder spielen sich im klanglich genau ausgearbeiteten Gegeneinander von energetisch-bewegten Passagen und ruhigen Zonen ab. Zu den spannendsten Momenten findet das Werk jedoch dort, wo Ammann das Quartett-Ensemble einerseits wie ein einziges grosses Instrument mit 16 Saiten handhabt und diesem Kollektivklang andererseits Momente von Vereinzelung entgegenstellt, in denen sich – wie kurz vor Schluss das Violoncello – ein Ensemblemitglied deklamierend aus dem Gesamtklang herauslöst. Gerade in den Übergängen zwischen solchen Zuständen liegt ein Geheimnis dieser Musik und es gelingt ihr, den Hörer in ein ständiges Wechselbad von Emotionen zu tauchen.

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