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UNDER PRESSURE (1996/97)

für Tenorsaxophon und Orchester

Auftragswerk des Jubiläumsfonds der Musikhochschule Luzern für das Luzerner Sinfonieorchester
 

'UNDER PRESSURE' für Tenorsaxophon und Orchester entstand zwischen Juni 1996 und April 1997. Zentrales Anliegen war dabei, die vor allem im 19. Jahrhundert tradierte Rollenverteilung zwischen Virtuosität demonstrierendem Solisten und als Begleitinstrument fungierendem Orchester aufzubrechen. Demzufolge beginnt der Solist -quasi eine Kadenz zu Beginn- auf ungestüme Weise einen Monolog, welcher im Orchester allmählich Resonanz findet. Das Individuum (Saxophon) löst dabei immer mehr Reaktionen im Kollektiv aus, welches sich nach und nach derart verselbstständigt, dass der Solist unter dem entstehenden Druck zum Rädchen im Orchesterapparat wird. Derart werden diverse Grade zwischen Annäherung und Abstossung durchschritten, welche sowohl den Tonhöhenverlauf als auch den rhythmischen Bereich betreffen. Nach einer"zu früh" erscheinenden Kadenz (über einen Lutoslawski zitierenden Liegeklang des Orchesters) bringt das Kollektiv die Stimme des Individuums gegen Schluss zum Schweigen; es macht sich gar selbst zu einer Vielzahl von Solisten, welche sich in einem alles erdrückenden Unisono zusammenfinden.

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