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pRESTO sOSTINATO (2006)

für grosses Ensemble
 

pRESTO sOSTINATO enstand anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Mäzens und Dirigenten Paul Sacher (für das Ensemble Phoenix) und wurde unterstützt durch die Ernst von Siemens Musikstiftung.

Das Werk widerspiegelt in seiner Hörgestalt die ihm zugrunde liegende Dialektik mit ihren beiden Polen der rational-strukturellen und der emotional-intuitiven Klang(er)findung. Assoziation, inneres Ohr, Intuition, scheinbar spontane Reaktion auf das zuvor Notierte – diese «subjektiven» Arten des schöpferischen Movens sind meiner Musik generell immanent. Sie bilden mit dem «objektiven», auf Reflexion und Praedetermination begründeten Vorgehensweisen ein Netz von bisweilen stark divergierenden Kräften, was ein ungehindertes, reibungsloses «Vorwärtskomponieren» oft über lange Zeit verunmöglicht.

Dies führt zu einer Klanglichkeit, die solche Divergenzen auf engstem Raum nicht nur aushalten muss, sondern sie in dramaturgischem Sinn fruchtbar und direkt erlebbar werden lässt. So kann die Musik etwa in geräuschhaftem Dämmerzustand verweilen, sich in einer leeren Quint sammeln um sich alsbald zu energetischen, homorhythmischen Pulsen zusammenzuballen.
All dies ereignet sich jeweils in charakteristisch konzentrierter Form und knapper zeitlicher Ausdehnung.

pRESTO sOSTINATO verweist im Titel einerseits auf die Initialen Paul Sachers (dessen Namen bezüglich Tonhöhenordnung auch Referenz erwiesen wird), andererseits wird auf die bisweilen auftretenden «Resten» von zersplitterten Ostinati Bezug genommen. Und zuguterletzt mag der Wortlaut auch als ferne Allusion zu einem bereits exisiterenden Werktitel gelten: Allegro sostenuto.

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